Göttinger AStA verfehlt studentische Interessenvertretung

RCDS kritisiert Stigmatisierungen und Verallgemeinerungen von Seiten des AStA

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist es nicht leicht für die Erstsemester an der Georg-August Universität Göttingen. Die Erstis müssen sich jegliche Informationen rund um das Studium digital oder per Telefonservice der Universität erarbeiten. Der Allgemeine Studentenausschuss (AStA) hat sich nun überlegt einen „Digitalen Erstsemesterbeutel“ über die Social-Media Kanäle der Universität (auch über die offiziellen Stellen) und über ihre Homepage zu verbreiten. Dabei handelt es sich um eine Reihe von PDF-Dateien der verschiedenen AStA-Referate, die Flyer beinhalten der die einzelnen Referate vorstellt und dem Leser Kontaktmöglichkeiten zu den Referenten bietet. Der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) begrüßt grundsätzlich diesen Schritt, bemängelt allerdings die Form der Umsetzung. Man sollte nun meinen, dass diese vermeintlichen Flyer so einige Nützlichkeiten und wertvolle Informationen für den neuen Göttinger Studenten beinhalten. Dabei wird in diesem digitalen Erstibeutel nicht nur die allgemeinpolitische Positionierung des AStAs verdeutlicht, sondern auch ersichtlich, dass diese Flyer als Plattform genutzt werden, um bestimmte Teile der Göttinger Studentenschaft mit Vorwürfen und Vorurteilen zu diskreditieren.

In dem Informationsblatt über das Referat für „Soziale Kämpfe“ wird aktiv von Seiten des AStAs zum „Kampf für bessere Wohnmöglichkeiten“ aufgerufen. Aus Sicht des RCDS dienen solche Kampfparolen mehr dem zivilen Ungehorsam als der Suche nach einer diskursfreundlichen Lösung für die Wohnraumproblematik in Göttingen. Dies gilt es zu kritisieren. Damit verfehlt die Studentische Selbstverwaltung ganz klar ihren eigentlichen Auftrag. In der Vergangenheit hat der AStA auch wiederholt zur Beteiligung an Demonstrationen aufgerufen. Eine solche Beteiligung am öffentlichen Diskurs sollte von jedem einzelnen entschieden werden. Ein solcher Aufruf ist nicht die Aufgabe des AStAs.

Auch die Göttinger Verbindungsstudenten finden Eingang in der Vorstellung des Referats für „Politische Bildung“. Dabei bedient sich der AStA klassischer Vorurteile gegenüber der Verbindungsszene und warnt die Erstis ausdrücklich vor der Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung. Dabei sollte noch erwähnt werden, dass die im AStA beteiligten Hochschulgruppen stets mit der Aufrechterhaltung einer Vielfältigen Studentenschaft geworben haben. Damit wird ersichtlich, dass der derzeitige AStA eine gewisse Klientelpolitik betreibt. Ebenso ist es nicht schlüssig warum sich das Referat für „Politische Bildung“ mit der Göttinger Verbindungsszene auseinandersetzt.

Dazu muss noch angemerkt werden, dass der AStA sich im Grunde durch die Mehrheiten der gesamten Studentenschaft bildet und die Interessen aller Studenten vertreten sollte. Dazu der Vorsitzende des RCDS Göttingen Julian Ehbrecht: „Ein AStA welcher sich eigentlich als Interessenvertretung aller Studenten sehen sollte und sich eigentlich durch die Mehrheiten der gesamten Studentenschaft legitimieren sollte, verunglimpft in diesen Flyern einen Anteil der Göttinger Studenten. Zumal bei einer Wahlbeteiligung von ca. 27 Prozent nicht von der Mehrheit der Studentenschaft die Rede sein kann“. Weiter Ehbrecht: „Der aktuelle AStA nimmt das allgemeinpolitische Mandat in aller Form wahr und bringt damit Ideologie und Dogmatismus mit in die Studentische Selbstverwaltung. Das ist aus Sicht des RCDS klar zu kritisieren. Die Universität sollte ein Ort der freien Meinungsäußerung und freien Lehre sein an der jeder seinen individuellen Interessen nachgehen kann“.

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